Barista Royal: Mehr als eine Rösterei

Barista Royal

Bei Barista Royal geht es um viel mehr als nur guten und hochwertigen Kaffee. Chris und Michael nehmen es sich zu herzen durch ihren Kaffee sich in München für Inklusion einzusetzen.

Kanntet Ihr beide (Chris und Michael) euch schon vor der Gründung von Barista Royal? Wie habt ihr euch kennengelernt?

Michael und ich lernten uns 2018 bei einem Gründer-Stammtisch in München kennen. Lustigerweise hatten wir beide Uhren Start-ups. Ich half Michael bei 2-3 Themen für seinen Onlineshops. Dabei tranken wir guten Rotwein und aßen Pizza. Dass die Chemie zwischen uns stimmte, merkte ich, als wir noch Stunden nach der Shop Optimierung dasaßen und über alles Mögliche philosophierten. Glücklicherweise hat Michael einen großen Weinvorrat.

Wie kamt ihr auf die Idee Inklusion und Kaffee zusammenzusetzen?

Das Thema Inklusion begleitete mich von klein auf durch den Lebensweg meiner 5 Jahre älteren Schwester, die mit einer körperlichen Behinderung auf die Welt kam. Als sie dann im erwachsenen Alter trotz größter Bemühungen und intensiver Unterstützung meiner Eltern Schwierigkeiten hatte selbst für eine einfache Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt einen Job zu bekommen, frustrierte mich das unglaublich. Bereits in meiner Kindheit kam ich durch die Mitgliedschaft meiner Eltern in der Lebenshilfe-Organisation und der damit u.a. verbundenen ehrenamtlichen Tätigkeit in einem Inklusions-Café mit Menschen mit Behinderung in Berührung. Die dadurch schon sehr früh erlebten, überaus herzlichen Begegnungen einerseits und andererseits die negativen Erfahrungen meiner behinderten Schwester bei der Suche nach Arbeit, prägten mich bis heute sehr eindringlich. Michael kommt durch sein weinbetriebswirtschaftliches Studium und sein privates Interesse sehr stark aus der Genussrichtung. Außerdem lieben wir beide Kaffee. So kam eines zum anderen und wir beschlossen unsere Passion für guten Kaffee mit dem Thema Inklusion zu verbinden.

Können Sie mir ein bisschen mehr über die Inklusion heutzutage verraten? Wie schwierig ist es für Menschen mit Handicap eine Arbeit zu finden?

In den zurückliegenden Jahren hat sich sicherlich manches zum Besseren verändert. So sind mittlerweile an einigen Grund- oder Regelschulen Menschen mit Handicap im Klassenverbund integriert. Das gibt vielen in punkto Sozialintegration von Menschen mit Behinderung eine ganz wichtige Perspektive. Auch für die Mitschüler bedeutet der gemeinschaftliche Unterricht eine überaus wichtige Erfahrung. Diese sammeln sie im täglichen Umgang mit körperlich und teilweise auch geistig mehr oder minder stark gehandicapten Menschen. Enttäuschend ist, dass weiterhin viele Unternehmen es vorziehen, eine Ausgleichsabgabe zu bezahlen, als die sog. Pflichtquote von 5 Prozent zu erfüllen. Die andere Seite ist, und das ist wieder sehr erfreulich, dass die Werkstätten der verschiedenen Behinderten-Einrichtungen immer professioneller aus- und eingerichtet sind und arbeiten. Obwohl sie sich auch zunehmend dem Leistungsvergleich mit dem Markt zu stellen haben gelingt es ihnen immer häufiger, sich durch qualifizierte Anleitung und natürlich unglaublich viel Herzblut und Engagement sehr gut zu behaupten. Im Segment der Lebens- und Genussmittel, zu denen auch unser Kaffee zählt, kommt hinzu, dass die potentiellen Kunden neben dem sozialen Aspekt auch die absolut verlässliche Qualitätsarbeit zu schätzen wissen.

Habt ihr irgendwelche Kriterien beim Einstellen von Mitarbeitern in Barista Royal, oder bringt ihr ihnen alles bei?

Wir wählen den Arbeitsplatz passend zur Person aus. Hierbei ist uns wichtig, dass es eben nicht die entsprechenden Kriterien gibt wie man sie sonst aus dem Arbeitsalltag kennt. Falls eine Person eine bestimmte Tätigkeit nicht ausführen kann, scheuen wir uns nicht die Maschine entsprechend umzurüsten. Ein gutes Beispiel ist unsere Saugvorrichtung, die wir verwenden um unsere Rohbohnen in den Trichter des Trömmelrösters zu saugen. Wir schauen auch auf „Einfachheit“ und extra „Checkpoints“. Somit ist es uns gelungen die Zahl von Falschetikettierungen auf fast 0 zu bekommen. Farben, große Buchstaben und nicht zuletzt gegenseitiges Verständnis sowie Geduld spielen hierbei eine große Rolle.

Was würdet ihr in dieser Hinsicht, (Kaffee und Inklusion) den Menschen gerne ans Herz legen?

Viele Menschen denken bei Kaffee nur an Fair Trade oder Bio Zertifikate. Wir möchten den Menschen mit auf dem Weg geben, dass es auch weitere wichtige Aspekte der Kaffeeproduktion gibt. Für uns fängt fairer Handel zwar im Ursprungsland an, hört jedoch nicht am Verladehafen des jeweiligen Landes auf.

Jeder Kaffee von Barista Royal, der über die Ladentheke geht wurde von unseren Röstern mit sehr viel Liebe und Sorgfalt produziert. Das ist das Produkt von Mitarbeitern, die mit sehr viel Hingabe täglich ihre Arbeit verrichten und somit letzten Endes für einen hohen Qualitätsstandard sorgen. Jeder hierfür aufgewendete Cent ist überaus gut investiert, oder anders formuliert: Eine menschliche Win-Win-Situation, die zur Inklusion von Menschen mit Behinderung beiträgt.</s pan>

Wir bedanken uns herzlichst bei Chris Weil von  Barista Royal für das tolle Interview und wünschen Ihm und dem ganzen Barista Royal Team weiterhin alles Gute.

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