Kaffeeschule „Wo Kaffee-Profis sich weiterbilden“ mit Nadine

Kaffeeschule „Wo Kaffee-Profis sich weiterbilden“ mit Nadine
Wir waren im Gespräch mit Nadine von der Kaffeeschule und haben genau nachgefragt: Wie bilden sich Kaffee-Profis weiter? 

Kannst du mir genauer definieren was ich unter dem Namen „Kaffee-Profi“ verstehen kann?

Als Kaffee-Profi bezeichnen wir die Leute, die Hauptberuflich in den verschiedensten Bereichen der Kaffeeindustrie ihr Geld verdienen.
Das können Maschinenhersteller, Rohkaffeehändler, Kaffeebauern, Kaffeeanalytiker etc. Wichtig ist, dass sie einen Bezug zu Kaffee haben und damit ihren Lebensunterhalt, sei es Teilzeit oder Vollzeit, bestreiten.

Alles andere ist ein Hobby oder ein professionelles Hobby. 

An wen sind die Kurse der Kaffeeschule gerichtet?

Die Kurse bei uns stehen allen offen. Wir haben Kunden, die schon in der Kaffeeindustrie tätig sind und Lücken füllen wollen oder sich allgemein weiterbilden möchten. Wir haben aber auch Kunden, die es als einen Weg begreifen, der vielleicht mal kommen wird. Die meisten Menschen im Kaffeebereich sind Quereinsteiger und waren davor in einer komplett anderen Tätigkeit beschäftigt. Wir hatten bei uns schon Designer, Fotografen, Anlagenbauer, Doktoren, Ingenieure und vieles mehr. Die meisten von Ihnen beschäftigen sich schon länger mit Kaffee.  Oftmals befinden sie sich an der Schnittstelle, um professionell im Kaffeebereich zu arbeiten, das heißt, sich selbstständig zu machen oder sich betrieblich auf Stellen in der Kaffeeindustrie zu bewerben.

Wir kam es zur Gründung der KaffeeSchule?

Thomas ist schon über 15 Jahre im Kaffeebereich tätig und hat auch seine eigene Rösterei gegründet. Er hat mit der Zeit viele Kurse und Fortbildungen gemacht, die es im Kaffeebereich gibt. Zum Beispiel ist er zweifacher deutscher Röstmeister und er ist der Erste in Deutschland, der das Coffee-Diplom in der SCA (Specialty Coffee Association) abgeschlossen hat. Bis 2019 war er auch autorisierter SCA-Trainer und ist aktuell Juror im internationalen Cup of Excellence Programm.

Nach all diesen Erfahrungen wollte er gerne sein Wissen weitergeben und an weitere Wissbegierige auf ihren individuellen Wegen helfen.

Welche sind die Fähigkeiten, die ein Kaffeeröster besitzen sollte?

Im Allgemeinen können die Fähigkeiten unterteilt werden in fachliche Fähigkeiten und in wirtschaftliche Fähigkeiten.

Fachliche Fähigkeiten: Hier geht es darum, das Produkt Kaffee tiefgründig verstehen. Es geht viel um die Beurteilung von Rohkaffee, Röstkurve, Sensorik.

Wirtschaftliche Fähigkeiten: Wie stelle ich ein Geschäft auf die Beine und welche Anforderungen stecken dahinter?

Wir stellen unseren Kunden gerne alle Informationen zur Verfügung, aber am Ende entscheiden sie selbst welche Informationen für sie wirklich relevant sind. Das Schöne ist, dass jeder seinen eigenen Weg findet und sich auch seine eigene Meinung zu den gegebenen Informationen bilden kann.

Wenn von Qualität die Rede ist, was ist genau damit gemeint?

Der Begriff „Qualität“ ist ein sehr abstrakter Begriff und auch für jeden anders. Es beginnt bei der Frage: Was für eine Qualität will ich? Welche Kundensegmente möchte ich erreichen. Im Kaffee können wir mit allen Qualitäten alles Mögliche machen.

Beispiel: Will ich eine High-End Bohne, muss ich sie High-End rösten, High-End verkosten und am Ende auch High-End verkaufen. Ich muss im Vorhinein meine Zielgruppe definieren. Es ist möglich Kaffee auf jeder Stufe der Produktionskette noch zu verderben, selbst beim Endverbraucher, bis er in der Tasse landet. Darum ist Qualitätsmanagement sehr wichtig. Wenn jeder auf den einzelnen Stufen gut arbeitet, kann am Ende auch etwas Gutes dabei rauskommen.

Es gibt viele Zweige im Kaffeebereich in dene man unterwegs sein kann. kannst du mir dazu ein paar beispiele geben?

Wer beruflich in der Kaffeewelt tätig sein möchte, der hat sehr viele Möglichkeiten. Beginnend beim Ursprung und dem Import, gibt es viele Rohkaffeehändler in den Ursprungsländern wie auch hier in Europa. Es sind dort auch Spezialisten unterwegs, die den Röstern, helfen Bohnen zu finden und auf ihre Qualitätsstandards eingehen.

Natürlich gibt es die Kaffeeröster, die den Kaffee weiter veredeln und in der Gastronomie sind die Baristas aufzufinden.

Der Bereich Technik ist sehr groß mit vielen Firmen, die Kaffeemaschinen, Röstmaschinen oder ähnliches entwickeln und auf den Markt bringen. Es gibt Kaffeelabore, Entkoffeinierung ist dort auch ein großes Thema.

Wie in jedem Bereich gibt es auch Stellen für Kommunikation, Buchhaltung, Vertrieb, Marketing, Journalisten, Fachkräfte etc. Es ist wirklich ein sehr breitgefächertes Feld.

öfters wird erwähnt, dass der Kaffee bestimmte Anforderungen erfüllen sollte. Jedoch wer stellt die Anforderungen an wen?

Da muss ich offen sagen, dass ich es nicht weiß. Es gibt Organisationen die Mindeststandards und bestimmte Qualitätsparameter festlegen, somit gibt es gewisse Normen, an denen man sich orientieren kann. Dies trifft für das Produkt zu. Für Ausbildungen gibt es von der SCA ein Curriculum, an dem man sich ebenfalls orientieren kann. Jedoch sind es mehr Vorschläge und keine festen Regelungen. Die Frage: Wo ist die Wirkung und wo ist die Ursache? Das ist sehr offen und nicht klar zu beantworten.

Wie in vielen Bereichen gibt es Menschen, die schon sehr lange im Business sind und sich sehr gut auskennen, aber genauso ist es gut auch auf die Neuankömmlinge zu hören, da die manchmal auch die richtigen Fragen stellen. Ich würde darum behaupten Altes und Neues beeinflusst sich gegenseitig, auch in der Ausbildung. Bestimmte Anforderungen an das Produkt oder an die Ausbildung ändern sich ständig. Andere wiederum bleiben konstant.

Man lernt nicht aus darum muss man immer am Ball bleiben.

Wir bedanken uns herzlichst bei Nadine und der Kaffeeschule-Hannover für dieses schöne Interview und wünschen ihnen weiterhin alles Gute! 

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