Italienischer Espresso in Deutschland mit Giuseppe Principe

Italienischer Espresso in Deutschland mit Giuseppe Principe

Auf welche Art und Weise warst du in der Kaffeeindustrie tätig, bevor du nach Deutschland gekommen bist?

Seit Ende der 70er betrieb meine Familie in Italien eine Cafeteria. Dort habe ich nicht geröstet, aber gelernt aus den gerösteten Kaffees unsere eigenen Mischungen zu machen. Das Rösten habe ich mir dann in Deutschland selbst beigebracht. Ich habe auch von Bekannten was dazugelernt, oder ich besuchte Kurse, wo mir nähergebracht wurde, worauf ich achten muss. Das meiste erlernte ich jedoch durch ständiges Ausprobieren.

Wie kam es dazu, dass du in Deutschland geblieben bist und deine Rösterei aufmachtest?

Ich bin wegen meiner Frau geblieben. Ich dachte zuerst sie würde mit nach Italien kommen, aber da habe ich wohl falsch gedacht. Darum bin ich geblieben. Zu Beginn musste ich erstmal Deutsch lernen. Ich konnte noch nicht mal Englisch. Als ich meine Frau kennenlernte hatte ich immer ein Wörterbuch dabei, mit dem ich mich halbwegs versuchte mit ihr zu kommunizieren.

Wie fast jeder Ausländer begann ich in der Gastronomie zu arbeiten. Zuerst als Barista und irgendwann als Kellner. Als ich dann genügen Geld angespart hatte, wagte ich den Schritt mich Selbstständig zu machen mit meiner eigenen Rösterei.

Röstest du nur nach traditioneller italienischer Art?

Ja, ich röste nur nach traditioneller italiensicher Art. Ich bin ein großer Fan von Espresso und versuche meinen Kunden den wahren Espresso näher zu bringen. Da es ein sehr komplexes Getränk ist, ist es sehr einfach ihn falsch zuzubereiten. Dies hat Espresso einen falschen Ruf verschafft. Viele Menschen denken dabei immer sofort an dunkel und stark. Das muss aber nicht unbedingt so sein.

Eigentlich unterscheidet sich der Espresso in Italien schon von Region zu Region. Im Süden wird viel Robusta getrunken und im Norden viel mehr Arabica. Aber jeder Italiener weiß, dass für jeden Espresso mindestens vier verschiedene Sorten verwendet werden müssen und es darf niemals weniger als 60% Arabica sein. Es geht auch einen Espresso zu hundert Prozent aus Arabica zu machen, aber auf keinen Fall zu hundert Prozent aus Robusta. Das wäre, laut den Vorschriften des italienischen Kaffeeverbandes kein richtiger Espresso.

Sie bieten auch Tee und Kakao an. Sind das ebenfalls hauseigene Produkte oder Kooperationen mit Partnern?

Für den Tee und dem Kakao kooperiere ich mit zwei kleineren Familienunternehmen. Den Tee beziehe ich von einer Familie aus Spanien und die heiße Schokolade aus einer Familie in Italien. Beide Familien sind sehr nett und die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Beide Produkte verkaufe ich auch unter deren Namen.

Was gefällt Ihnen am meisten von ihrer Arbeit?

Mir gefällt alles. Neue Rohstoffe zu finden, dessen Aromen beim Rösten neu zu entdecken. Neue Mischungen zu mixen und neues zu schaffen. Der ganze Ablauf; wiegen, mischen, rösten. Ich liebe alles daran und ich mache es sehr gerne. Die Kaffeewelt ist so breit und unendlich. Es gibt kein Ende.

Für den B2B Bereich versuche ich konstant zu bleiben mit den Kaffees, aber für meinen Laden oder Online-Shop gibt es immer wieder was Neues. Zurzeit gibt es zum Beispiel einen Kaffee aus Peru. Den hatte ich noch nie im Angebot.

Bietest du nur Espresso an? Musst du dafür deine Kunden umschulen?

Ja, aber ich nehme mir auch gerne die Zeit meine Kunden an die Thematik heranzuführen. Wie schon erwähnt, ist Espresso ein sehr komplexes Getränk und auch schwierig in seiner Zubereitung.  Um es mit ein paar Worten zusammenzufassen: ein guter Espresso hängt von der Menge an Kaffeepulver ab, von dem Kaffeepulver an sich, die Zubereitungstemperatur, Kaffeemaschine, Mahlgrad, wie wurde gemahlen und wie wurde der Kaffee konserviert etc. Kaffee sollte in maximal 10 Tagen konsumiert werden, sonst verderben die ganzen Aromen. Falsche Aufbewahrung schadet ebenfalls dem Kaffee und somit geht auch die ganze harte Arbeit des Rösters verloren.

Aus diesen Gründen müssen wir unsere Kunden informieren. Sie sind auch glücklich, wenn sie dann ein besseres Getränk trinken.

Trotzdem habe ich auch aus liebe zu den Stuttgartern ein Kaffee Creme im Angebot namens Stuttgarter Schäumle. Auch noch einige weitere Sorten, die verkaufen sich auch sehr gut.

 

Wir bedanken uns sehr bei Giuseppe Principe für das tolle Interview. Gerne könnt ihr mehr über Ihn und seine Rösterei hier herausfinden: Kaffeerösterei in Stuttgart – Caffè Principe

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