Benson Badass Coffee: Interview mit Benjamin Pozsgai

Bensons Badass Coffee im Interview
Benson Badass Coffee: Benjamin Pozsgai, zweifacher Deutscher Röstmeister, teilt mit uns seine Meisterschaftserfahrungen und erlaubt uns einen Blick hinter die Kulissen seiner eigenen Rösterei.

Du bist zweifacher nationaler Röstmeister. Herzlichen Glückwunsch! Wie genau sieht so ein Wettbewerb aus? Wie kann ich mir das vorstellen?

Bei einem Röstwettbewerb geht es darum, dass alle Teilnehmer die gleichen Kaffees bekommen, die sie vorher nicht kennen und sie dann in einer vorgegebenen Zeit optimal Rösten müssen. Anschließend gibt es eine sensorische Bewertung einer professionellen Jury. Sie müssen entscheiden welcher Kaffee ihnen nach einem vorgegebenem Verkostungsbogen
am besten schmeckt. 

Ganz am Anfang bekommt auch jeder Teilnehmer einen Kaffee, den er erst in kleinen Mengen röstet und selber verkostet, da er ihn nicht kennt. Nach diesem Proberösten, erstellt jeder Röstmeister einen Röstplan, d.h. er macht eine Vorhersage wie sein Kaffee am Ende schmecken soll. Dies muss er dann natürlich auch einhalten, um seine Punkte zu erzielen.

Eine weitere Aufgabe ist ebenfalls das Bewerten Rohkaffee. Greengrading wird dies genannt.

Wie kam es dazu, dass du dich entschieden hast an einer Meisterschaft mitzumachen?

Im Jahr 2014 bin ich nach Rimini, wo eine der größten Kaffeemessen, namens „World of Coffee“, stattgefunden hat. Ich meldete mich als Volunteer, da ich einen Blick hinter die Kulissen werfen wollte und somit etwas mehr über Kaffee zu lernen. Dort habe ich dann mitbekommen, dass es eine Röstweltmeisterschaft gibt. Hinter diesen Meisterschaften steht die SCA (Specialty Coffee Association), jedoch war diese damals noch nicht so international wie heute. Als ich dann zurück nach Deutschland kam, fragte ich herum wie es denn mit einer solchen Meisterschaft hier aussehen könnte. Jedoch sah es schlecht aus, aufgrund von Brandschutzregeln etc.


Das Jahr drauf stellte allerdings die Firma Probat ihren Showroom für die Durchführung einer Röstmeisterschaft zur Verfügung. Als ich dies mitbekam meldete ich mich sofort an, einfach aus Neugierde. Ich wollte wissen, wo ich stehe. Denn als Röster ist man täglich am tun und machen, aber man weiß manchmal nicht ganz genau wie gut man seine Arbeit tatsächlich macht und ob die Kaffees vielleicht noch bessere schmecken könnten. Darum fand ich es sehr spannend einfach mal mitzumachen, um zu gucken was passiert.

Wie bist du von der nationalen Röstmeisterschaft zur internationalen Röstmeisterschaft gekommen?

Obwohl ich im Jahr 2015 gleich beim ersten Versuch den dritten Platz ergatterte hatte ich das Gefühl da ist noch Luft nach oben. Ich hatte bis dahin nur mit Biokaffees gearbeitet und damit ist man doch sehr eingeschränkt. Ich trat noch einmal an und ergatterte meinen ersten nationalen Sieg. Dadurch wurde ich für das Jahr drauf zur Röstweltmeisterschaft eingeladen.

Als Vorbereitung begann ich noch eine zweite Stelle in einer weiteren Rösterei auf 400 Euro Basis, einfach um mehr Erfahrung zu sammeln.  Eine internationale Meisterschaft ist auch nochmal etwas anderes. Da kommen Menschen aus der ganzen Welt die sehr unterschiedliche Geschmacksvorlieben haben, und dort die Mehrheit zu überzeugen ist sehr schwer. Das hohe Niveau ist spürbar und meist liegen sehr wenige Punkte zwischen den Teilnehmern auf den ersten Plätzen.

Das heißt, du warst schon vor der ersten Meisterschaft ein professioneller Röster?

Ja genau, ich begann 2012 mit dem Rösten. Damals bin ich für das Studium meiner Frau nach Köln gekommen. Eigentlich hatte ich was mit Musik gemacht, und begann mich auf verschiedene Stellen zu bewerben, aber ich fand nichts was mich überzeugte. Darum begann ich erstmals in einem Möbelgeschäft zu arbeiten, da ich mal eine Tischlerlehre gemacht hatte. Ich wusste aber schnell, dass es nicht das ist was ich für den Rest meines Lebens machen möchte. Ich fand Kaffee schon damals super interessant und bewarb mich somit initiativ bei einer Kaffeerösterei. Mit dieser Stelle begann meine Karriere als Röster sozusagen.

Kannst du mir bitte zum Abschluss noch ein paar Wörter zu deinem Bensons badass coffee Weihnachtskaffee sagen? Aus was genau besteht er?

Bei dem Weihnachtskaffee wird nichts extra hinzugetan. Man kann es machen, aber es verbietet mir mein Anstand. Anfang diesen Jahres bekam ich ein Microlot Kaffee von einer kleinen Farm in Tarrazu, Costa Rica. Es war ein Pacamara, eine besonders große Bohne, die honeyprocessed aufbereitet war. „Honey“ ist ein Begriff, der verwendet wird, wenn der Kaffee zwar entpulpt wird, aber noch etwas von der Pulpe an der Bohne ist. So wird er dann getrocknet. Durch diesen Schritt ist dieser Kaffee sehr süß und cremig und ich fand ihn passend für Weihnachten. Im November bestellte ich mir vom gleichen Produzenten, von Christian Alvarez einen „honeyprocessed“ Kaffee, nur die Varietät ist eine andere. Wir bedanken uns herzlichst bei Benson Badass Coffee für das geniale Interview. Wir freuen uns außerdem, Benson Badass Coffee als Partner an unserer Seite zu haben. Entdecken Sie das gesamte Sortiment bei Sensaterra!

1 Kommentar zu „Benson Badass Coffee: Interview mit Benjamin Pozsgai“

  1. Pingback: Neues Microlot zum Sonderpreis | Benson Badass Coffee

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.