Interview mit Torsten Hahn von GoodKarmaCoffee

Interview mit Torsten Hahn von GoodKarmaCoffee

Sie haben eine Rösterei mit Laden und Cafe, eine Kaffeeschule und Geschäftskunden. Können Sie mir ein bisschen mehr dazu erzählen?

Durch die Pandemie haben wir zur Zeit  geschlossen und sind hauptsächlich ein Produktionsbetrieb. Die Kaffeeschule ist jedoch ein Projekt, welches generell zur Zeit etwas schlummert. Wir hatten die Schule zusammen mit einem unserer Partner aufgebaut. Als wir uns wieder getrennt haben wollten wir eigentlich die Kaffeeschule in unsere Rösterei integrieren. Mit unseren aktuellen Räumlichkeiten können wir es jedoch momentan nicht realisieren. Wir werden das Projekt der Kaffeeschule aber bin der Zukunft an neuem Ort mit eigenen Räumlichkeiten wiederbeleben.

Was genau haben Sie damals in der Kaffeeschule angeboten? Röstkurse oder Verkostungen?

Wir hatten keinen Röstkurs in der Kaffeeschule. Wir hatten viele Sensorik-Kurse aber die am besten besuchten Kurse waren die Espresso- und Latte-Art-Kurse. Es kamen viele Menschen, die sich eventuell eine Espressomaschine anschaffen wollten und erstmal lernen wollten, wie man eine solche Maschine bedient und damit auch richtig Espresso zubereitet. Manche hatten schon seit Jahren eine solche Maschine und haben nie was richtig gutes aus ihr rausbekommen. Die Kaffeeschule war ein schönes Konzept und auch eine schöne Art und Weise mit Leuten zusammen zu kommen.

Sie verbinden Kaffee auch mit einem guten Zweck. Können Sie mir mehr zu ihrem Projekt in Ruanda sagen?

Am Anfang dieses Jahres gab es in Ruanda sehr starke Regenfälle. Dadurch entstanden starke Schlammlawinen, die die Dörfer und Kaffeeplantagen der Bauern fast vollständig zerstörten. Wir arbeiten hier mit unserem Partner Raw Material zusammen. Diese sind sehr aktiv in Ruanda und helfen dort extrem beim Wiederaufbau. Wir haben uns entschlossen die seit Juli aktive Mehrwertsteuersenkung nicht an unsere Kunden weiterzugeben, sondern diese 2% nach Ruanda zu spenden. Zehn Cent sind nicht viel in unserem Leben in Deutschland aber in Ruanda können sie einen richtigen Unterschied machen.

Haben Sie von all den unterschiedlichen Aktivitäten eines Kaffeerösters eine, die Sie am liebsten machen?

Meine Lieblingsaktivität in meiner Arbeit ist vor allem wenn wir neuen Kaffee haben. Diesen auszusuchen und dann neu zu erforschen macht mir sehr viel Spaß. – Was kann man neues raushohlen? Was ist bei dieser neuen Ernte dabei? Wie kann ich das Produkt selbst weiterentwickeln? Dies ist eine konstante Arbeit. Obwohl wir Kaffees haben, die wir konstant anbieten, ist trotzdem jede Ernte eine andere. Es hängt viel von den Klimabedingungen auf der Farm ab und diese können jedes Jahr anders sein. Somit ist auch der Kaffee jedes Jahr leicht anders. Eine richtige Kaffeetüte müsste gelesen werden wie eine Weinflasche: Name der Farm/des Farmers, Varietät, Aufbereitung und Anbauhöhe. Was wurde mit dem Kaffee gemacht? Wie wurde er aufbereitet? All diese Aspekte und manch andere haben einen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees. Darum steht oft auch eine Geschmacksbeschreibung auf der Packung.

Haben Sie noch große Pläne für die Zukunft?

Die momentanen Pläne für die Zukunft sind eine größere Rösterei. Dafür werden wir auch umziehen müssen. Größer heißt nicht, dass wir mehr Kaffeesorten anbieten werden. Gerne würden wir einen Ausschank anbieten wollen, vielleicht einen open-work-space und erneut unsere Kaffeeschule. Alles sollte beieinander sein aber in definierten Bereichen.

Haben Sie noch ein paar abschließende Wörter für unsere Leser?

Jeder sollte sich zu Herzen nehmen und fragen, wo der Kaffee herkommt.  Wie viel von dem was ich zahle kommt eigentlich beim Kaffeebauer an? Jeder Kaffeeproduzent muss 2,19 Euro pro Kilo Kaffee allein an Kaffeesteuern zahlen. Es kommen noch mehr kosten dazu. Es ist wichtig dies im Hinterkopf zu haben beim kauf von Kaffee.

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