Huber-Kaffee: Interview mit Andreas Huber

Huber-Kaffee: Interview mit Andreas Huber

Andreas Huber von Huber-Kaffee teilt mit uns seine persönliche Geschichte. Wie ist er zum Kaffeerösten gekommen und wie hat er seine Rösterei eröffnet? Viele Fragen und eine spannende Geschichte. 

Kaffeerösten ist der Effekt von Temperatur und Zeit. Man muss für sein Produkt die passenden Einstellungen finden. Ich habe selbst viel rumprobiert. Ich besitze einen kleinen Probenröster, es ist ein Kupfertrommelröster aus Israel. Damit habe ich vieles ausprobiert für jede der unterschiedlichen Kaffeeröstphasen. Insbesondere habe ich mit den Temperaturen experimentiert. Zum Beispiel, welche Temperatur erreicht der Kaffee in den ersten 30 Sekunden des Erhitzens. Wenn Kaffee zu langsam erhitzt wird, dann wird er eher gebacken und nicht geröstet. Das ist zum Beispiel der Fall beim kommerziellen Kaffee. Man muss viel ausprobieren und auch herausfinden was einem breiten Publikum schmeckt. Wird Kaffee zu hell geröstet, dann ist meist viel Säure noch in der Bohne enthalten und dies schmeckt der Mehrheit nicht.

Wie kommerzialisieren Sie die Produkte von Huber-Kaffee? Bereitet dieser Aspekt Kleinröstereien viele Probleme?

Die Kommerzialisierung ist sehr schwer. Die erste Frage ist; Wem möchte ich überhaupt den Kaffee verkaufen?
Als ich damals starten wollte, nahm ich zum Einkäufer von V-Markt kontakt auf und fragte nach, ob dort mein Kaffee mit in das Sortiment aufgenommen werden könnte. Seine Zusage war der Startschuss, mit dem ich meine Rösterei wagen konnte. Nach einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit in das Sortiment von REWE-Bayern aufgenommen zu werden.
Trotzdem stand ich für die ersten eineinhalb Jahre jedes Wochenende in den Supermärkten und goss Kaffee an Kunden aus. So konnten Sie mein Produkt probieren und kennenlernen.

Wie haben Sie die Kaffeebauern für Huber-Kaffee gefunden?

Unser erster Kontakt wird durch unseren Kaffeeimporteur Beisler aus Hamburg gemacht. Dieser hat über hundert Jahre Erfahrung und ist sehr aktiv in der Kaffeespezialitätenwelt. Er stellt mir Kontakte und Samples zur Verfügung, die ich dann abrufen kann. Damit mir der Kaffee nicht ausgeht, muss ich inzwischen Verträge mit meinem Kaffeeimporteur ausmachen, damit sie mir eine gewisse Menge an Rohkaffee Lagern und ich darauf das ganze Jahr über zugriff habe.

Wie halten Sie ihren Kaffeegeschmack konstant?

Ich habe meinen Kaffee so konstruiert, dass ich zum Beispiel bei meinem Kaffee Espresso Generator, drei Kaffees aus drei unterschiedlichen Ländern gemischt habe. Durch diese Mischung wird der unterschied nicht dramatisch rausgeschmeckt. Meist muss man dafür auch geübt sein. Ab und zu gibt es trotzdem leichte Nuancen. Aber genau das ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Tassenprofil stabil bleibt.

Was lieben SIe Heute noch am meisten an Ihrem Beruf des Kaffeeröstens?

Das Kaffeerösten, auch wenn es im Sommer etwas heiß werden kann. Am Röster zu stehen ist die schönste Arbeit der Welt. Es ist jedes Mal anders und jede Produktion ist ein Unikat. Ich mache alles Manuell, da ich so alles besser steuern kann und schnell eingreifen, wenn nötig.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?

Für meinen Verkauf konzentriere ich mich viel auf Google. Das ist mir wichtig. Ich habe mich schon aus dem REWE-Sortiment zurückgezogen und mein Online-Shop wird immer besser. So habe ich meinen Verkauf selber in der Hand und bin somit auch Selbstständiger.  Sonst besteht immer die Gefahr herausgeworfen zu werden aus dem Supermarktsortiment.

Wir bedanken uns herzlich bei Herr Huber von  Huber Kaffee für das nette Interview. 

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